Forum

Kultur

Adventsbräuche

Ein festlich geschmückter Adventskranz
Das Wort Advent" kommt aus dem Lateinischen (adventus) und bedeutet Ankunft". Im christlichen Glauben bezeichnet es die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Es gibt insgesamt vier Adventssonntage, der erste Advent beginnt immer am vierten Sonntag vor dem Weihnachtstag. Traditionell gilt der Advent als die stillste Zeit des Jahres.

Da es im Dezember früh dunkel wird, spielt bei vielen Bräuchen im Advent das Licht eine große Rolle. So ist in vielen Fenstern ein Lichterbogen zu sehen, der sogenannte Schwibbogen.

Dieser Brauch hat seinen Ursprung in der Bergarbeitertradition des Erzgebirges. Früher symbolisierte jedes Licht eine Grubenlaterne, die von den Bergarbeitern abends nach Hause gebracht wurde. An einem vollständigen Lichterbogen eines Hauses konnte man also erkennen, dass alle Familienmitglieder am Abend wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt waren.

Heute sind auf den Schwibbögen häufig Winterlandschaften, weihnachtliche Szenarien oder auch Sehenswürdigkeiten dargestellt.

Die Tradition des Adventskranzes wurde Anfang des 19. Jahrhunderts begründet und geht auf Johann Heinrich Wichern zurück. Er war evangelischer Theologe in einem Kinderheim und wurde von den Kindern häufig gefragt, wie lange es denn noch bis zum Weihnachtsfest sei. Daraufhin baute er einen Holzkranz mit 19 kleinen Kerzen für die Werktage und 4 großen Kerzen, die jeweils an den Adventssonntagen angezündet wurden.

Später verwendete man statt des Holzes Tannenzweige und reduzierte die Anzahl der Kerzen auf die vier Sonntagskerzen. Oft sind die Kränze liebevoll dekoriert, z. B. mit Tannenzapfen oder Schleifen. Viele Familien nutzen den Adventskranz, um nachmittags, wenn es dunkel wird, gemütlich zusammenzusitzen und zu singen, Geschichten vorzulesen oder zu plaudern.

Der erste Adventskalender wurde 1908 in München gedruckt. Er bestand aus 24 kleinen Bildern und sollte den Kindern, ähnlich wie der Adventskranz, das Warten auf Weihnachten verkürzen. Seit den 1950er Jahren gab es dann auch Adventskalender mit kleinen Figuren aus Schokolade. Besonders beliebt sind natürlich selbstgemachte Adventskalender.

Der Advent ist zwar christlichen Ursprungs, die traditionellen Bräuche werden aber, wie bei vielen anderen Feiertage auch, zunehmend kommerzialisiert. So gibt es eine riesige Auswahl an Adventskalendern zu kaufen, das Geschäft mit Grußkarten, Süßigkeiten und weihnachtlicher Dekoration boomt.

Früher war die Adventszeit bei den Christen eine Zeit des Fastens. Heute dürfte oft eher das Gegenteil der Fall sein, denn man kann sich nur schwer all den süßen Leckereien wie Christstollen, Plätzchen oder Lebkuchen entziehen. Den Christstollen gibt es übrigens schon seit fast 1.000 Jahren.

Natürlich gehören auch die zahlreichen Advents- und Weihnachtsmärkte sowie das Aufstellen eines Christbaums zur Vorweihnachtszeit. Besonders beeindruckend ist der große Tannenbaum, der auf dem Marktplatz einer jeden Stadt aufgestellt wird.
Feierst du Weihnachten? Wenn ja, was gefällt dir daran am besten? Wenn nein, welches vergleichbare Fest feierst du stattdessen? Erzähle davon im Kommentarbereich.